SOL - Selbstorganisiertes Lernen


Was ist Selbstorganisiertes Lernen?

Selbstorganisiertes Lernen (SOL) heißt, dass jeder Lernende im Rahmen vorgegebener Strukturen seinen eigenen Weg entwickeln kann und Verantwortung für seinen Lernprozess übernimmt.

An einer Ampelkreuzung wird den Verkehrsteilnehmern durch die Ampelsignale Verantwortung weitgehend abgenommen, Fahren unterbrochen bzw. eingeschränkt, selbst dann, wenn keinerlei anderer Verkehr zu erkennen ist. Im Vergleich dazu erfordert der Kreisverkehr unsere erhöhte Aufmerksamkeit, die Abstimmung mit anderen Verkehrs-teilnehmern und eigene Entscheidungen innerhalb eines bekannten Regelwerks, z. B. beim Einfahren in einen Kreisverkehr, um einen zügigen Verkehrsfluss zu ermöglichen. Im übertragenen Sinn funktioniert SOL wie die Verkehrsführung in einem Kreisverkehr: SOL fördert das eigenverantwortliche Handeln unserer Schülerinnen und Schüler. Sie sind es, die über Lerninhalte, Lerntempo, Lernpartner, Lernmethoden entscheiden. Bei der „Ampelkreuzung“ wird dieser Prozess hingegen fremdorganisiert.

In Anlehnung an: Herold, C./Herold, M. (2011): Selbstorganisiertes Lernen in Schule und Beruf. Gestaltung wirksamer und nachhaltiger Lernumgebungen. Weinheim/Basel: Beltz.

Wer macht mit?

An unserer Schule wird das Selbstorganisierte Lernen in zwei Bildungsgängen praktiziert. Wir unterrichten im Abiturbildungsgang Mathematik-Informatik sowie im Bildungsgang der Kaufleute für Büromanagement nach SOL-Prinzipien. Darüber hinaus finden sich viele Ideen und Ansätze dieses Lernkonzeptes in anderen Bildungsgängen des Friedrich-List-Berufskollegs.

 

Was wollen wir erreichen?

Das Leben und Arbeiten in einer komplexer werdenden Welt erfordert zunehmend die Kompetenz zur selbstständigen Wissensaneignung und –aufbereitung. Gleichzeitig muss erlernt werden, dieses eigene Wissen treffend und zielorientiert zu präsentieren. All dies wird im SOL gefördert und gefordert. Durch stetige Planung und Reflexion der eigenen Lernwege wird erfolgreiches, langfristiges Lernen ermöglicht und so eine Basis für das lebenslange Lernen gelegt.

Die systemische Förderung der Lern- und Organisationskompetenz der Schülerinnen und Schüler begünstigt ihr Gefühl, in Lehr- und Lernprozesse eingebunden zu sein, eigenständig zu entscheiden und zu handeln sowie das eigene Handeln zu verbessern und beeinflusst damit die Motivation, Lernen nachhaltig zu betreiben.

Unser Ziel ist es, das SOL-Konzept nach Herold im Abiturbildungsgang Mathematik-Informatik sowie im Bildungsgang der Kaufleute für Büromanagement des Friedrich-List-Berufskollegs in Hamm dauerhaft zu integrieren. Damit setzen wir einen Schwerpunkt in der individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler und gestalten in einem überschaubaren Rahmen Lernprozesse grundlegend neu.