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Europäische Schulprojekte


Polenprojekt

Gemeinsamkeiten durch Geschichtsbewusstsein kennenlernen – Demokratisches Denken durch Lernen aus der Vergangenheit

Das Friedrich-List-Berufskolleg aus Hamm und die Zespół Szkół nr 1 aus Miechów realisierten im Schuljahr 2015/16 ein historisches Projekt, indem es darum ging Demokratiebewusstsein und historisches Verständnis mit neuen europäischen Gedanken und Völkerverständigung zu verknüpfen. Unter dem Titel „Demokratiebewegung und Widerstand nach dem 1. Weltkrieg in Deutschland und Polen“ reisten fünfzehn Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums des FLBK Hamm nach Miechów bei Krakau. Der Gegenbesuch der polnischen Gruppe fand im April 2016 statt. Das gesamte Projekt konnte dank einer Förderung des Deutsch-polnischen Jugendwerks realisiert werden.
Im Mittelpunkt des Projektes standen Berührungspunkte in Geschichte und Gegenwart, die zu unserem heutigen National- und Geschichtsbewusstsein geführt haben. Des Weiteren war es Ziel, den jeweiligen Nachbarn besser kennenzulernen und Gemeinsamkeiten zu entdecken und Vorurteile abzubauen.

Im November 2015 flog die deutsche Gruppe nach Krakau und nach einer Kennenlernphase mit der polnischen Gruppe wurde zunächst Miechów, die Heimat der Partnerschüler in Polen, erkundet.  In verschiedenen Referaten und Präsentationen stellten die Schülerinnen und Schüler aus Polen und Deutschland historisch relevante Themen aus den nationalen Blickwinkeln dar. Dabei lag der Schwerpunkt auf ersten demokratischen Entwicklungen in Deutschland während der Weimarer Republik und dem Kampf der Polen für eine Einigung nach der Dreiteilung Polens. Die gemeinsame Geschichte des Dritten Reiches wurde sowohl aus der Täter- als auch aus der Opferperspektive in einem kurzen Workshop beleuchtet. In Anlehnung an diesen Teil des Projektes besichtigte die bi-nationale Gruppe das ehemalige Judenviertel in Krakau und die Fabrik von Oskar Schindler, in der eine Ausstellung zu Juden und Verfolgung in Krakau zur Zeit des Dritten Reichs gezeigt wurde. Ein wesentliches Erlebnis des Austausches war der gemeinsame Besuch des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Dort wurde verdeutlicht, wie sich Diktatur und Mitläufertum auf ganze Nationen und Bevölkerungsgruppen auswirken können. Ein Schwerpunkt der Auseinandersetzung in Auschwitz lag auf der Entstehung von Widerstandsgruppen im Lager. Eine gute Überleitung in die Nachkriegszeit und zum Thema „Widerstand im Sozialismus“ bot die weitere Nutzung des Lagers durch die russische Besatzung.  

Als Beispiel für sozialistisches Leben besichtigten wir den Ort Nowa Huta. Dieser entstand als Planstadt unter sozialistischer Führung. Im Zuge dieser Besichtigung befassten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Kampf um Demokratie und Mitbestimmungsrechte, die in Polen von der Gruppe Solidarność und Bischof Karol Wojtyła, dem späteren Papst Johannes Paul II, geführt wurden.
Beim Besuch der polnischen Gruppe in Hamm im April 2016 beschäftigten sich die Teilnehmer sowohl mit Widerstand gegen das NS-Regime und gegen das sozialistische System der DDR, als auch mit der Entstehung von Demokratie im zusammenwachsenden Europa.

Eine Führung in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache in Dortmund verdeutlichte, dass es Widerstand gegen das NS-Regime nicht nur auf der polnischen, sondern auch auf der deutschen Seite gab. In diesem ehemaligen Gefängnis ließen sich Methoden der Unterdrückung gegen Andersdenkende sehr detailliert nachvollziehen, die in Einzelschicksalen dargestellt wurden. 

Im Haus der Geschichte in Bonn bot sich den Teilnehmern die Möglichkeit die unterschiedliche Entwicklung im Osten und Westen Deutschlands nachzuvollziehen. Die vorangegangenen Referate zu demokratischen Systemen und unterschiedlichen Staatsformen befähigten die Schülerinnen und Schüler dazu sich kritisch mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Die Berichte zweier Zeitzeugen, die Opfer des DDR-Sozialismus waren, brachten den Teilnehmern aus beiden Ländern die persönlichen Schicksale Einzelner nahe und zeigten Möglichkeiten auch im persönlichen Umfeld individuellen Widerstand zu leisten. 

In einem abschließenden Workshop beurteilten die Schülerinnen und Schüler aus beiden Ländern wie sich Demokratie in ihrer Heimat jeweils entwickelt hat und welche Entwicklung Deutschland und Polen besonders im Rahmen der europäischen Union genommen haben. 

Das Projekt hatte neben historischen auch persönliche und alltägliche Inhalte. So lernten die Schülerinnen und Schüler das jeweilige zu Hause ihres Partners kennen, verbrachten nachmittags und abends gemeinsame Freizeit und besuchten teilweise den Unterricht miteinander. Es entstanden Freundschaften und Verständnis für die europäischen Nachbarn, die im regulären Schulunterricht nicht geschaffen werden können.


Türkeiprojekt

Das FLBK nahm im Januar 2016 an einer Ausschreibung der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke in Düsseldorf teil, bei der es um die Förderung eines deutsch-türkischen Schüleraustauschs durch die Robert Bosch Stiftung ging. Wir haben für unser Projekt "Praxisorientierter Schüleraustausch Hamm-Istanbul – filmisch begleitet" den Zuschlag erhalten und freuen uns riesig drauf.

Im Rahmen des Projektes, das auf ein Jahr ausgelegt ist, arbeiten unsere Schüler/innen und die Schüler/innen unserer Partnerschule in Istanbul (Alparslan Mesleki ve Teknik Anadolu Lisesi im Stadtteil Fatih) an einer gemeinsamen Aufgabenstellung im Bereich Marketing. Marketing ist sowohl an unserer Schule als auch an unserer Partnerschule in Istanbul fester Bestandteil des Lehrplans im Fach Betriebswirtschaftslehre. Die Schüler/innen sollen das Thema „Marketing am Beispiel zweier Autohäuser“ den Schüler/innen der jeweiligen Partnerschule präsentieren. Zu diesem Thema haben beide Schülergruppen in ihrem BWL-Unterricht vorab einen Fragenkatalog erarbeitet. Sowohl unsere Schüler/innen als auch die Schüler/innen unserer Partnerschule zeigten sich während der Unterrichtsvorbereitung in Hamm und bei unserem Briefing in Istanbul begeistert und gingen mit vollem Elan an die praxisorientierte Aufgabe heran.

Für die Projektarbeit ist eine Besuchszeit von jeweils sieben Tagen ab dem 29.06.2016 geplant. Der Gegenbesuch der deutschen Schüler/innengruppe in Istanbul soll im Herbst 2016 stattfinden.

Für den 1. Teil des bilateralen Projekts existiert ein detaillierter Programmablaufplan, der nachfolgend angehängt ist. An den Unterrichtstagen Donnerstag, Freitag und Montag findet die Projektarbeit statt. Das Wochenende steht im Zeichen der interkulturellen Begegnung zwischen den deutschen und türkischen Schüler/innen.

Nach unserem Gegenbesuch in Istanbul wird abschließend die Auswertung der Ergebnisse in einer Studie stattfinden, in der die Schüler/innen die Werbemaß-nahmen in den Autohäusern in der Türkei und in Deutschland miteinander vergleichen. Die Zusammenarbeit mit einem Partnerunternehmen ermöglicht sowohl den türkischen als auch den deutschen Schüler/innen das Sammeln von Praxiserfahrung im Ausland. Um die gemeinsame Zeit nachhaltig zu gestalten, soll als Produkt ein etwa fünfminütiger Film entstehen.

Dazu werden die Schüler/innen das gesamte Projekt filmisch begleiten und die einzelnen Phasen des Austauschs vom Kennenlernen über die Zusammenarbeit bis zum Abschluss des Projektes mit eigenen Filmmaterialien festhalten. Das möglichst professionell geschnittene Filmmaterial – zweisprachig und mit Untertiteln – führen zu einem Film als Endprodukt, der in einer Schulveranstaltung mit Eltern, Schülern/innen und allen beteiligten Personen im jeweiligen Heimatland vorgestellt wird. Die Veröffentlichung und Verbreitung des Films erfolgt anschließend über die jeweiligen Schul-Homepages und den sozialen Netzwerken und Plattformen beider Länder.                


Programmablauf

29.06.16 Mittwoch (Begegnung, Projektarbeit)

  • Ankunft
  • Unterbringung & Projektbriefing
  • Gemeinsames Essen

30.06.16 Donnerstag (Projektarbeit)

  • Gemeinsames Frühstück in der Cafeteria
  • Unterricht besuchen (FK5A,…) , Schule kennenlernen
  • Fragenkatalog der beiden Gruppen abgleichen
  • Gemeinsame Arbeitsphase
  • Abendprogramm


01.07.16 Freitag (Projektarbeit)

  • Gemeinsames Frühstück in der Cafeteria
  • Betriebsbesichtigung des Autohauses Ostendorf
  • Presse, Lokalfunk
  • Gemeinsame Arbeitsphase
  • Nachbereitung, Zwischenfazit


02.07.16 Samstag (Begegnung)

  • Besuch einer Großstadt (Köln oder Düsseldorf)

03.07.16 Sonntag (Begegnung)

  • Gemeinsamer Tag mit der FK5A
  • Dortmund-Tag
  • Führung im Stadion
  • Westfalenpark
  • Abendessen in Dortmund

04.07.16 Montag (Projektarbeit)

  • Gemeinsames Frühstück in der Cafeteria
  • Vorstellung / Interview von Autohaus Ostendorf im FLBK
  • Presse, Lokalfunk
  • Nachbereitung und gemeinsamer Ausklang (Abendessen)
  • Fazit des Austausches

05.07.16 Dienstag

  • Rückreise



Ihr Ansprechpartner


StD Dietmar Schröder
d.schroeder@flbk-hamm.de

StD Norbert Hohmann
n.hohmann@flbk-hamm.de