„MI“ steht für Mathe und Informatik, die zwei Bereiche, mit denen sich die neun Zwölftklässler in dem Projektfach „Netzwerktechnik“ beschäftigen. Konkret sieht das schon seit dem vierten Quartal des elften Schuljahrs so aus: Ihr Lehrer, Stefan Göbel, hat zehn Altgeräte des Berufskollegs gerettet und sie neben der Projektidee mit in den Unterricht gebracht; und die acht Schüler und eine Schülerin kümmern sich um die Umsetzung.
Das neue Leben der Computer besteht daraus, dass sie zu einem großen, leistungsstarken Cluster verkabelt werden und als Rechnerverbund in einem Netzwerk zusammen arbeiten. Damit soll lokal eine Künstliche Intelligenz (KI) betrieben werden – „ohne Cloud, ohne Datenabfluss, nachhaltig, bildungsnah und datenschutzkonform“, wie die Bewerbung für den Wettbewerb das Projekt beschreibt, das sich zur Qualifizierung mit Digitalisierung und ihren Nutzen für den Klimaschutz befassen muss.
„Jeder PC macht dabei seinen eigenen Teil“, erklärt einer der Schüler. Beim Befehl „Wie ist das Wetter?“ kümmert sich somit ein Cluster-Bestandteil um das Herausfinden des gefragten Tages, eine andere Komponente hingegen um die Wetterlage. Die Geschwindigkeit, mit der die KI das Ergebnis liefert, haben die Schüler auf wenige Sekunden reduzieren können. Momentan dauert es aber wieder länger: Denn es kann schon mal vorkommen, dass nicht alle Altgeräte einwandfrei funktionieren.
Letztlich soll der Rechnerverbund aber mehr als nur das Wetter mitteilen: Ähnlich wie bei den Rechnern werden die Aufgaben in der Klasse aufgeteilt – drei Schüler beschäftigen sich mit der Hardware, während sich andere Gruppen mit Themen wie Datenbanken und Cloudspeichern oder Krypto- und Aktienkursen auseinandersetzen, für die die KI später Prognosen liefern könnte. Daneben lernen sie auch für die Zukunft, denn die Arbeit mit KI nehme in der Informatik zu und werde sie in ihrem Beruf bestimmt begleiten.
Und nicht nur die Klasse soll von dem Projekt profitieren: „Die Idee ist, den Verbund generell im Unterricht einzubinden“, erläutert Göbel, zum Beispiel bei der Erstellung von Webseiten oder Datenbanken oder für die Optimierung des Stundenplans, um Pendlerfahrten zu minimieren – ein weiterer nachhaltiger Aspekt neben der Weiternutzung der Altgeräte. Der nächste Schritt ist allerdings erst einmal die Vorstellung des KI-Clusters bei der NRW.Bank in Düsseldorf im März. Neben den je 700 Euro Fördergeld für alle Finalisten werden dann drei Projekte mit einem weiteren Preisgeld gekürt. MATILDA BUCHMANN
Quellenangabe: Westfälischer Anzeiger Hamm vom 14.11.2025, Seite 15

